Teilstrang „BioWerZ“ – Nachhaltige Bioökonomie für die ländlichen Räume

Glossar

  • Als Biomasse wird die gesamte Masse an organischem Material in einem definierten Ökosystem bezeichnet, das biochemisch – durch Wachstum und Stoffwechsel von Tieren, Pflanzen oder Mikroorganismen – synthetisiert wurde. Damit umfasst sie die Masse aller Lebewesen, der abgestorbenen Organismen und die organischen Stoffwechselprodukte.

Unter der Federführung des Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (Landwirtschaftsministerium) wird in einem Dialogprozess der Teilstrang „BioWerZ“ (Bioökonomie – Wertschöpfung mit Zukunft) mit Fokus auf die ländlichen Räume entwickelt. Das MLR versteht unter der Bioökonomie jede Wertschöpfung mit Bezug zu und auf Basis von Biomasse (biogenem Kohlenstoff).
Im Fokus des Dialogprozesses „BioWerZ“ für die ländlichen Räume des Landwirtschaftsministeriums stehen dabei die effiziente und umweltgerechte Erzeugung von Rohstoffen aus Land-/Forst- und Fischereiwirtschaft und deren hochwertige Nutzung für traditionelle und innovative Produkte. Nebenströme und Reststoffe aus der Biomasseerzeugung und -verarbeitung im Sinne einer Koppel- und Kaskadennutzung sollen explizit miteinbezogen werden. Hierzu wurden ebenfalls vier Arbeitskreise mit folgenden Themen eingerichtet:

AK 1 BioWerZ "(Nachhaltige) Erzeugung und Bereitstellung von Biomasse"

Die Nachfrage nach nachhaltig erzeugter Biomasse wird aufgrund der mit einer wachsenden Weltbevölkerung verbundenen Ressourcenverknappung stetig ansteigen. In AK 1 geht es um Verfahren und Technologien zur Biomasseproduktion (Tier/Pflanze), um Stoff- und Nebenströme der Biomasseproduktion.

Folgende Fragestellungen sollen bearbeitet werden:

  • Wie kann/soll welche Biomasse zukünftig effizient und umweltgerecht produziert und möglichst hochwertig genutzt werden und dabei gleichzeitig die Lebensmittelversorgung sichergestellt werden? --> Agrarsysteme der Zukunft.
  • Welche Biomasse steht wo und zu welchem Zeitpunkt zur Verfügung und eignet sich für eine stoffliche oder energetische Nutzung?

Für diesen Arbeitskreis sind drei Sitzungen im ersten Halbjahr 2018 geplant.

AK 2 BioWerZ "Biomassenutzung → Innovative Technologien, Prozesse & Produkte"

In AK 2 geht es um die Beantwortung der Frage, wie die nachhaltige Nutzung von biogenen Roh- und Reststoffen im Sinne einer Bioökonomie für Unternehmen in Baden-Württemberg interessant gemacht werden kann. Vorhandene, nachwachsende Rohstoffe sollen möglichst hochwertig und, wo dies sinnvoll und möglich ist, auch in Kaskaden genutzt werden.

Folgende Fragestellungen sollen bearbeitet werden:

  • Welche Geschäftsmodelle können zu einer Optimierung bestehender regionaler Wertschöpfungsketten beitragen?
  • Wo gibt es Vernetzungsmöglichkeiten zwischen Wertschöpfungsketten, bei denen Synergiepotenziale abgerufen werden können?
  • Welche Innovationen werden dafür benötigt?
  • Welchen Beitrag können Start-ups hier leisten und wie können diese motiviert und in bestehende Wertschöpfungsketten eingebunden werden?
  • Welche neuen, innovativen Ansätze wie beispielsweise die Blockchain-Technologie können den Aufbau einer wirtschaftlich interessanten, nachhaltigen Bioökonomie unterstützen?

Für diesen Arbeitskreis sind drei Sitzungen im ersten Halbjahr 2018 geplant.

AK 3 BioWerZ "Schaffung politischer Rahmenbedingungen"

Der AK 3 greift die Themen aus AK 1 und AK 2 auf und prüft, wo Innovationshemmnisse aufgrund von Rahmenbedingungen bestehen und spricht Empfehlungen aus, wie optimale Rahmenbedingungen aussehen können. Die Empfehlungen sollen politische Instrumente/Maßnahmen im Sinne von Anreizsystemen oder einer Förderung adressieren.

Folgende Fragestellungen sollen bearbeitet werden:

  • Wo gibt es Hemmnisse im bestehenden Rechtsrahmen?
  • Braucht es Anreizsysteme und welche können das sein?
  • Welche Bildungs- und Fördermaßnahmen gibt es und wie können diese weiterentwickelt werden?
  • Wie kann/soll der Transfer von innovativen Prozessen und Verfahren aus der Wissenschaft in den Markt gestaltet/beschleunigt werden?

Für diesen Arbeitskreis sind zwei Sitzungen im zweiten Halbjahr 2018 geplant. 

AK 4 BioWerZ "Wissenstransfer & gesellschaftlicher Dialog"

Eine gesellschaftliche Akzeptanz ist von essenzieller Bedeutung für eine wirtschaftlich erfolgreiche Bioökonomie. Im AK 4 geht es darum, über Konzepte für den Dialog mit der Gesellschaft und den gesellschaftlichen Gruppen zu diskutieren.

Folgende Fragestellungen sollen bearbeitet werden:

  • Was ist der erfolgversprechendste Ansatz für Baden-Württemberg, um einen gesellschaftlichen Dialog über die Bioökonomie zu initiieren?
  • Definition von Zielgruppen und geeigneten Botschaften.
  • Wie können der individuelle und kollektive Nutzen der Bioökonomie effektiv kommuniziert werden?
  • Werden große Kampagnen benötigt („Think Big“)?

Für diesen Arbeitskreis sind zwei Sitzungen im zweiten Quartal des Jahres 2018 geplant.

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